Sölden Januar 2012


02.01.2012, Montag Nacht, fast pünktlich, 01:50 Uhr - geplant waren 20 Minuten früher, ging es los Richtung Süden. Autobahn nach Österreich. Und es ging so gut, daß wir bereits kurz nach 08:00 vor Ort waren.

Skiurlaub in Sölden

Lage sondieren, Quartier suchen (nicht was sondern wo, GPS in dem engen Tal Fehlanzeige - zumindest mit meinem Handy), Skipässe kaufen und Skidepot mieten. Skidepot ist fast das Wichtigste, denn Zimmer direkt an der Piste oder Bergbahn war nicht zu kriegen und 500m Ski, Skistöcke und Helm schleppen, das Ganze dann auch noch in Skischuhen, ist keine wirkliche Freude. Zwar machbar aber ziemlich blöd. Ach ja, auch noch rausgefunden wo die Apotheke ist und im Hinblick auf meine zwischen den Jahren erworbene Bronchitis jede Menge Geld da gelassen.

Kurz vor 11 war das Zimmer fertig - schnell Auto ausräumen und umziehen. LOS GEHTS !!

Das Wetter deutlich besser als im Dezember und auch heute als wir los fuhren - 14°C nachts an einem 2. Januar! Hier gibt´s Schnee, am Abend auch ganz frisch von oben, die Sonne kam zwischendurch auch mal raus - fast perfekt!

Warum nur fast perfekt? Es ist auch hier zu warm. Bei nur um 0°C und Unmengen von Leuten sieht eine präparierte Piste schon nach einer Stunde aus, also ob die letzten 3 Tage nichts gemacht worden wäre. Und Buckelpistenfeeling in weichem Schnee ist suboptimal, freundlich gesagt. Zugegebenermaßen: ich bin Schönpistenfahrerin!

Insgesamt war das Skifahren leider eher durchwachsen. Beim nächsten Mal muß ich auf jeden Fall schon ein paar Tage vorher zuhause mal die Skistiefel anziehen, um dann im Urlaub selbst direkt den richtigen Sitz zu finden. Die Ausprobiererei mit Drücken, Krampf in einem Fuß usw. brauche ich nicht unbedingt nochmal.

Ansonsten hatten wir am Montag und Dienstag wunderschönes Wetter, auf den Fotos so glaube ich ganz gut sehen, mit weniger guten Pistenverhältnissen. Und Mittwoch und Donnerstag waren zwar die Pisten besser, aber das Wetter: es schneite. Die Häfte des Skigebiets war eben wegen Schnee und Wind gesperrt und die eigentlich etwas besseren Pisten der vielen Leute wegen dann doch wieder bescheiden.
Donnerstag war dann auch Extremhütting angesagt: erst 2 Stunden Skifahren (solange die Pisten einigermaßen was waren) und dann schön gemütlich in der Hütte gesessen, Lumumba getrunken und gelesen. Zumindest entspannend wars.

Zu guter Letzt kam der Freitag, letzter Skitag: wie üblich gegen 07:00 Uhr aufgestanden - schließlich möchte man ja unter den ersten auf der Piste sein - und nach einem Blick aus dem Fenster gleich wieder hingelegt und beschlossen heimzufahren. Es schneite, es stürmte, Sicht gleich Null und genauso blieb es auch.

Ich hatte den richtigen Riecher: das Skigebiet blieb komplett geschlossen, morgens war sogar die Zufahrtsstraße komplett gesperrt (Lawinengefahr) und aus der Stichstraße wo unsere Pension lag gab es wegen Schnee ohne Ende auch kein rauskommen. Gut, dann eben in aller Ruhe etwas später frühstücken, Klamotten packen, Auto freischaufeln (das war dann auch der erste Verlust des Tages: Schneebesen abgebrochen), Schneeketten montieren und gegen 12:00 Uhr gings Richtung Heimat. Warum auch noch einen Tag unnütz dort verbringen? Die Katzen hat´s am Abend gefreut.


Und genau jetzt begann das eigentliche Elend:

1. Vor uns ein Bus wo man von aus gehen kann, daß der Busfahrer entweder noch nie bei Schnee in den Alpen war oder er wenig Zutrauen in seinen Bus hatte. Trotz Schneeketten drauf (Pflicht für alle an dem Tag) fuhr er maximal 15 - 20 km/h.

2. Kurz vor Imst Stillstand, weil die örtliche Straßenmeisterei erstmal einen quer übr die Straße gefallenen Baum zur Seite räumen musste.

3. Kurz nach Imst der nächste Stillstand. Wieder ein Baum, diesmal zum Glück nur halb auf der Straße, die Polizei hat geregelt.

4. Die Österreicher! Ich habe keine Ahnung warum die ohne starkes Verkehrsaufkommen beim Leermooser Tunnel in Richtung Deutschland Blockabfertigung machen. 20 - 30 min Stillstand, dann einige Minuten fahren. Wir standen bei Nassereith das erste Mal, und da lag zwischen uns und dem Tunnel noch der komplette Fernpass! Ich schätze ein / zwei Stunden später war der Stau dann fast bis Imst. Die Gedanken die ich da hatte spare ich mir jetzt zu schreiben: waren weder gewalt- noch jugendfrei.

5. Kurz vor Reutte (immer noch Österreich) ein Schlag im rechten Radkasten und Verlust Nr. 2 war da: Schneekette kaputt. Nächste Möglichkeit zum Halten gesucht und runter mit den Dingern.

Zwischenfazit: Es ist jetzt 16:15 Uhr und wir haben in diesen 4 Stunden und 15 Minuten ganze 99 Kilometer geschafft! Der helle Wahnsinn!

6. Autobahn A7 irgendwo zwischen Ulm und Aalen wiederum ein Schlag. Diesmal bei Tempo 180 auf einer dicht befahrenen Autobahn. Angehört hat sich´s als ob ein Riesenstein in die Windschutzscheibe geflogen wäre, aber weitgefehlt: bei meinem Auto ist das Gaspedal abgebrochen. Mehr zu diesem Thema demnächst hier auf der Seite!

7. Und last but not ... beim Auspacken ging auch noch der Schalter meines Toasters, den ich wegen meiner Zöliakie (eigener Toaster, spezielles eigenes Brot) mit hatte, kaputt.

Ich nehm´s jetzt einfach mit Humor:
ES KANN NUR BESSER WERDEN BEIM NÄCHSTEN MAL!
hoffentlich.